Zecken

Ein Mann möchte mit seiner Frau an der Hand schnell die Straße überqueren. Die beiden haben es offenbar eilig und der Mann zieht seine Frau zur Straße. Sie sträubt sich und zieht dagegen. Am Gehwegrand zur Straße hin ist ein schmaler Grasstreifen von deutlich weniger als einem Meter Breite. Die Frau hat Sandalen an und fleht ihren Mann an: "Nein, nicht hier, da könnten Zecken sein." Der Mann achtet nicht darauf und zieht seine Frau einfach mit. Diese tänzelt in höchster Not hinterher und versucht verzweifelt, mit ihren Füßen nicht das Gras zu berühren.

Ich hatte bereits erläutert, dass man, um die eigentliche Bedeutung einer Krankheit zu verstehen, die Sichtweise darauf verändern muss. Anstatt sich an den Symptomen festzubeißen lautet die Frage stattdessen:

Welche Erfahrung wird durch die Symptome ausgelöst?

Und welche Erfahrung wird durch Zecken ausgelöst?

Wir müssen den Kontakt mit der Natur vermeiden. Wir können uns nicht mehr einfach so auf eine Wiese fallen lassen oder durchs Gebüsch streifen. Da könnten Zecken sein und die Zecken werden uns umbringen.

Die einfache Berührung mit einem Grashalm oder einem Ast kann uns töten, wenn wir nicht in höchstem Maße wachsam sind!

Die ganze Zecken-Hysterie ist die Folge eines tiefen Misstrauens in die Natur.

Scheinbar sieht es so aus, als wären die Zecken schuld daran, dass wir der Natur nicht mehr trauen können und uns von der Natur möglichst fernhalten müssen.

Tatsächlich ist es aber umgekehrt: Die Krankheiten, die aus dem Kontakt mit Zecken resultieren sind die geistige Folge eines tiefen Misstrauens in die Natur, das schon vorher da war. Und da das Misstrauen in die Natur in starkem Maße das Verhalten beeinflusst, entwickeln sich daraus negative Erfahrungen wie die Zecken-Gefahr.

(Die zunehmenden Wespenallergien gehören übrigens zum gleichen Ideenkomplex.)

Das Misstrauen in die Natur ist die Folge des falschen Weltbildes der Menschen: Einer zufällig aus toter Materie entstandenen Welt kann man einfach nicht trauen.

Die wahre Natur des Universums würde allerdings ein tiefes Vertrauen in die Natur rechtfertigen: Der Mensch als Teil eines lebendigen Ganzen kann sich in der Natur sicher aufgehoben und zu Hause fühlen.

Tatsache ist: Ob Menschen von den Gefahren durch Zecken tatsächlich betroffen sind, ist nicht die Folge von Zufällen, sondern die Folge ihres Weltbildes, das sich dann im Verhalten niederschlägt.

Scheinbar ist die Lösung: "Haltet euch von allem fern, wo ihr mit Zecken in Kontakt kommen könntet." (Betretet am besten nur noch Kunstrasen.)

Die wirkliche Lösung ist aber genau das Gegenteil: Sich das Vertrauen in die Natur schrittweise wieder anzueignen und auch den Kontakt mit der Natur nicht zu scheuen. Dann werden Zecken wieder genau das sein, was sie über Jahrhunderte hinweg waren: Kleine Schmarotzer, die eben ab und zu mal vorkommen und über die man sich aber keine großen Gedanken weiter machen muss.

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